Mittwoch, 23. April 2003
Leben des Galilei
Schauspiel von Bertolt Brecht
Landesbühne Hannover
Ein hochbrisantes Schauspiel, das die Frage nach der moralischen Verpflichtung
der Wissenschaft aufgreift.
In seinem modernen Klassiker umreißt Bertolt Brecht die Lebensgeschichte des
Mathematikers, Astronomen und Physikers Galileo Galilei (1564-1642), und bringt
dabei die hohe Verantwortung der Wissenschaft unserer Welt gegenüber zum Ausdruck.
Mit der Entdeckung der Jupitermonde erhält Galilei eine entscheidende Bestätigung
dafür, daß sich die Erde um die Sonne dreht und keinesfalls den Mittelpunkt
der göttlichen Weltordnung darstellt, wie es die Theologie lehrt. Sehr zum Unmut
der Kirche, die an ihrem gängigen Weltbild festhält, macht er seinen sensationellen
Befund publik. Von der Inquisition nach Rom zitiert und unter Androhung der
Folter systematisch unter Druck gesetzt, läßt sich Galilei schließlich auf fatale
Weise manipulieren: Er widerruft seine auf konkreten Beweisen aufbauende Erkenntnis,
die für die Menschheit von unschätzbarer Bedeutung wäre.
Die von Wissenschaftlern vorangetriebene Kernspaltung, die dem Bau der Atombombe
den Weg ebnete, regte Brecht 1943 zu seinem Werk über die Freiheit des Denkens
und Forschens an. Nicht zuletzt angesichts der in Medien und Politik heißdiskutierten
Frage nach Möglichkeiten und Risiken der Genforschung erfährt das Stück augenblicklich
wieder allerhöchste Brisanz.
Zuletzt geändert am: 21.08.2002
Zurück...
|