Kultur
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![]() Hermann Löns Mitteilungen
des Verbandes der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich e. V. Geschäftsstelle:
Hermann-Löns-Straße 8, 29664
Walsrode, Tel. 05161/977 197 Allgemeiner Teil Wacholder - Baum des Jahres 2002Der ebenso anspruchslose wie vielseitige Wacholder wurde in Berlin vom zuständigen Kuratorium aus Natur- und Umweltverbänden zum Baum des Jahres 2002 gekürt. Das typische Gewächs in der Heidelandschaft spielt für Naturschutz und Landschaftsbild eine große Rolle. Aber er gedeiht auch im Hochgebirge, verträgt Winterkälte, kommt mit nassen und trockenen Böden zurecht, braucht aber unbedingt Licht und Sonne. Die bekommt der Wacholder natürlich vor allem in der Heide, wo Schafe weiden und ihm Konkurrenz vom Leibe halten. Er kann bis zu 15 m hoch zu schlanker Säulenform auflaufen, was ihm auch den Beinamen „Zypresse des Nordens“ eingebracht hat. Der Wacholder muß nicht unbedingt zum Baum emporwachsen, er kann auch die Gestalt eines Strauchs annehmen, breit oder flach wachsen. Das Gehölz wächst sehr langsam, kann dafür aber sehr alt werden: 500 bis 2000 Jahre. Geza Hermann Wiedenroth hielt
Festvortrag:„Löns als Provokation“ Bei bestem Wetter und bester allgemeiner Stimmung
begrüsste die 1. Vors. Monika Seidel, wie in jedem Jahr, hunderte von Gästen
und Teilnehmern der diesjährigen Feierstunde am Lönsgrab (1. Sept. 2002). Den
Festvortrag hielt der Verleger Hermann Wiedenroth (siehe Foto Titelseite).
Musikalisch wurde die Veranstaltung durch die Chorgemeinschaft Walsrode unter
Leitung von Axel Nikolaus und den Bläserkorps der Jägerschaft Fallingbostel
unter Leitung von Frau Dietlind Fuhrhop-Meyer umrahmt. Zu Beginn seines Vortrags „Löns als Provokation“
rezitierte Wiedenroth Löns‘ Gedicht „Die Alltagsmenschen“ aus dem Jahre 1887,
mit dem (neben 11 anderen Personen) Löns in seiner ersten Veröffentlichung 1893
sein literarisches Debüt feierte. Bereits in diesem Gedicht zeige sich, dass
Löns sich im Grunde unverstanden sah und an der bürgerlichen Gesellschaft zu
scheitern schien. So beklagt er sich in dem Gedicht darüber, daß die Leiden, die er ertragen müsse, von einem „Alltagsmenschen“ nicht gekannt würden. Sein Leben aber, so Wiedenroth, sei eine Häufung von persönlichen Niederlagen. So besteht er die Unterprima nicht, bekommt erst im zweiten Anlauf sein Abitur, bricht jeden Studiengang, den er einmal beginnt, auch bald wieder ab und ist aus der Sicht des Vaters, wenn überhaupt ein „verbummeltes Genie“. Trunkenheitsexzesse, Schulden, die unehrenhafte Entlassung aus der Turnerschaft Cimbria, die Untauglichkeit fürs Militär (deren Kränkung seines Egos er durch seine Teilnahme am 1. Weltkrieg zu kompensieren versuchte, letztlich aber mit dem Leben bezahlte), 1889 fünf Tage Gefängnis und Geldstrafe wegen Ruhestörung und Widerstand gegen die Staatsgewalt, Kündigungen, zwei gescheiterte Ehen sind Markierungssteine im Leben von Hermann Löns. „Es bedarf einiger Toleranz, sich mit den äußeren
Ereignissen dieses Lebens anzufreunden,“ so Hermann Wiedenroth. Doch Hermann Löns‘ Werk, über das der Redner einen
kurzen Überblick gibt, gewinnt immer mehr an Popularität. Löns selbst durchlebt
eine anfangs noch mitinszenierte Metamorphose vom provozierenden Bürgerschreck
über den plaudernden Lokalreporter, Naturschilderer, Flaneur, Dandy, Jäger,
Naturschützer zum Heidedichter par exzellence. Der Mythos Löns wird geboren und
zieht „zu besonders geistfernen Zeiten“ einen besonderen Kult und Rummel nach
sich. Löns wurde verklärt, wurde zu „unserem Löns“. Doch Wiedenroth sagt, dass
dabei das Werk Löns‘ zu kurz gekommen sei. Er fordert, dass man endlich ein
philologisch anspruchvolles Gesamtwerk herausbringen solle, da vieles im argen
läge und angesichts des hohen Durchschnittsalters der Lönsfreunde es
möglicherweise die vielleicht letzte Gelegenheit sein könne, noch einmal alle
Kräfte zu bündeln und einen wichtigen, wenn nicht den wichtigsten Beitrag zur
Erhaltung des Lönsschen Gesamtwerks zu leisten. Ohne eine kritische Gesamtausgabe, die den gesamten
Löns zeige und nicht den Löns, den man verklärt habe, würden von Löns wohl in
hundert Jahren kaum mehr als die Gedächtnissteine übrig bleiben und das Werk in
Vergessenheit geraten, wie es schon so vielen ehemals populären Schriftstellern
geschehen ist. Die Vorsitzende bedankte sich bei Hermann Wiedenroth
über den sehr engagierten, rethorisch genialen Vortrag und legte schließlich
gemeinsam mit dem Walsroder Bürgermeister Frank Fillbrunn den Bruch am Grab
nieder. Rüdiger-Mirco Nijenhof Podiumsdiskussion wurde auf hohem Niveau geführt Brauchen wir ein Lönsstandbild?Unter der Leitung von Rechtsanwalt und Notar i. R., Herrn Mestwerdt (Bildmitte), diskutierten Harald Polenz (links im Bild), Autor und Journalist aus Essen, und Hermann Wiedenroth (rechts im Bild), Buch-verleger aus Bargfeld bei Celle, die Frage, wie dem Andenken von Hermann Löns am besten gedient sei. Harald Polenz argumentierte pro Standbild und
plädierte dafür, Löns wieder in die Mitte, in „unsere Mitte“ zu holen und ihn
wieder mitten unters Volk zu bringen. Das Löns-Grab und die Tietlinger Heide
seien zwar sehr schön, aber irgendwo habe man Löns in ein Ghetto abgeschoben.
Löns verdiene mehr Aufmerksamkeit. Polenz wies besonders auf die Schönheit er
Lönsschen Poesie hin. Wiedenroth stellte sich als Redner gegen das
Standbild die Frage, ob durch ein 137.000 Euro teures Standbild die
Aufmerksamkeit denn gerade auf die Poesie, auf das Werk Löns gerichtet werde.
Seiner Ansicht nach werde Löns mit einem Denkmal in Lebensgröße „endgültig
beerdigt“. „Bisher haben viele Autoren und Menschen, die sich mit Löns befaßt
haben, sich ihn nach ihrem Wunsche geformt“, so Wiedenroth, „der wahre Löns war
nicht nur Jäger und Heger, wie das Denkmal vermitteln könnte, er war wesentlich
vielschichtiger!“ Wiedenroth forderte deshalb den Löns-Verband auf, mit dem
Geld lieber das überfällige Gesamtwerk herauszugeben, eine Gesamtausgabe, die
die Vielschichtigkeit der Persönlichkeit Löns‘ darstelle. Doch auch wenn Wiedenroth für seine rethorischen Fähigkeiten den größeren Beifall bekam, ging die Probeabstimmung zur Freude für Monika Seidel Harald Polenz eindeutig pro Standbild aus, lediglich zwei Teilnehmer stimmten gegen das Löns-Standbild. Zusätzlich zur Diskussion wurde den Teilnehmern auch
noch ein Diavortrag mit Löns-Bildern von Prof. Dr. Fritz Fricke geboten, der
darstellen wollte, dass Löns sehr verschiedene Hüte und Bärte besessen habe und
es daher schwierig sei, bei einem Standbild „den Löns“ zu treffen mit gerade dem Lönsschen Schnurbart und dem Lönsschen Hut. Rüdiger-Mirco Nijenhof Löns-Biographie Löns-Biographie von Dr. Brunk und Prof. Dr. Voth erwünscht Im „Diskussionsbeitrag für eine neue
Löns-Biographie“ (siehe Heft 2/2002) wurde bedauerlicherweise nicht darauf
hingewiesen, daß auch Im Zusammenhang mit der Diskussion um das
Löns-Denkmal hat Mitglied Hermann Wiedenroth eine kritische Werkausgabe
angemahnt. Dieses ist ebenfalls ein außerordentlich wichtiges Vorhaben.
Hoffentlich scheitern die beiden Projekte nicht - wie so oft - am fehlenden
Geld. Gerhard Zahmel Bekenntnis zu Löns / Neue
Biographie erwünscht Hermann Löns fasziniert mich. Und dennoch habe ich
kein ambivalenzfreies Verhältnis zu ihm. Setze ich mich mit ihm und seinem Werk
auseinander, dann gilt: Oft liebe ich; hin und wieder lehne ich ab; manchmal
zeige ich Gleichgültigkeit. Doch wenn ich seine negativen Seiten bedenke, dann
sage ich mir auch: Aus welcher psychischen Verfassung heraus hat Löns so und
nicht anders agiert? Und wie ist die Zeit gewesen, in der er so gedacht,
gemeint und gehandelt hat? Beeindrucken wird mich wohl stets: Löns ist
weitgehend ein Eigener, ein Selbstdenker gewesen. Er hat unter vielfältigen
Bedrängnissen gelitten - inneren und äußeren - hat sich aber nie endgültig
unterkriegen lassen, hat noch am Rande des Abgrunds gekämpft. Das Wichtigste aber: Löns hat ein Werk geschaffen,
das sich in großen Teilen immer noch sehen lassen kann. Ja, ich bleibe bei
meiner alten Behauptung: Wenn es um Tier, Jagd, Landschaft, Heide geht, dann
ist Deutschlands Schriftsteller Numero 1 nach wie vor Hermann Löns. Auch werde ich nicht müde zu sagen: Was Fontane für die Mark Brandenburg, das ist Löns für die Lüneburger Heide. Keiner hat so wie er ins allgemeine Bewusstsein gerückt: Die Lüneburger Heide, sie ist ein „wunderschönes Land“. Längst überfällig ist der Wunsch nach einer
zeitgemäßen Löns-Biographie. Und diese sollte - so Gerhard Zahmel in enger
Anlehnung an Dieter Voth und Rolf Brunk - „nüchtern, sachlich und ohne
ideologische Komponente, jedoch mit be-gründeter Sympathie“ geschrieben werden (H.-Löns-Blätter 2/2002). Ein gewisses Maß an Verehrung tut immer not, wenn ein Leben nachgezeichnet und ein literarisches Werk analysiert wird. Fehlt es daran, so kommt nichts Rechtes heraus. Wer rein wissenschaftlich, aber ohne Sympathiebezug arbeitet - wie Löns-Autor Thomas Dupke zum Beispiel - wird nie zur tieferen Wahrheit vorstoßen. Rainer Kaune „ ... So frei, so stark ...“ Westfalens wilde Pferde Dieses Zitat aus Hermann Löns‘ Erzählung „Frau Einsamkeit“ über die Senner-Pferde erschien den Ausstellungsmacherinnen Agnes Sternschulte und Dr. Cordula Marx am Westfälischen Freilichtmuseum Detmold so treffend, daß sie es als Titel der diesjährigen Sonderausstellung wählten. Heute denkt bei Wildpferden nahezu jeder zunächst an
Mustangs oder Camarguepferde. Die Emscherbrücher oder Davertnickel sind längst
vergessen, die Dülmener und Senner weitgehend unbekannt. Die Ausstellung und
der Begleitband lassen das Leben dieser wild lebenden Pferde wieder vor uns
erstehen. Mit seinen Brüchen und Sandlandschaften war
besonders Westfalen in der Vergangenheit Heimat wild lebender Pferde und hatte
auffallend viele Wildbahngestüte. Außerdem ist das Westfälische Freilichtmuseum -
gleichzeitig Landesmuseum für Volkskunde - besonders eng mit der Geschichte des
Sennergestüts des lippischen Fürstenhauses verbunden. Schon seit 1850 weiden
Senner-Pferde auf dem heutigen Gelände des Museums, dem damaligen fürstlichen
Tiergarten, in den ein Teil dieses Gestüts damals verlegt wurde. Die
„Schaltzentrale“ des Gestüts befand sich jedoch weiterhin in Lopshorn, bei dem
1684 erbauten Jagdschloß der lippischen Fürsten in der Senne. Die von einer
Leitstute geführten Rudel durchstreiften die weiten Heideflächen und die Wälder
des Teutoburger Waldes. Einen Eindruck wie die offene Heidelandschaft, die
bis in das 18. und 19. Jahrhundert nahezu waldlos und nur gering besiedelt war,
ausgesehen haben mag, vermittelt das Gemälde von Ludwig Menke „Die Senne“
(siehe Bild linke Seite). Löns erlebt
die Senne mit ihren wilden Pferden Sehr intensiv beschreibt Hermann Löns in seiner Erzählung „Frau Einsamkeit“ die Atmosphäre und den Zauber der „einsamen Senne, dem Lande, das nie der Wanderer besucht, das nie die Neugier betritt, in dem die Menschen so spärlich sind und die Häuser so dünn gesät“. Löns genießt die „braune Heide, [...] die großen ruhigen Weiten, die mir lieber sind als der schönste Wald, als die gewaltigsten Berge, als das herrlichste Wasser“. Er wandert von Oerlinghausen, über den Tönsberg, wo ihm 1928 ein Denkmal gesetzt wird, zum Dörenkrug, Donoperteich, am Hermannsdenkmal vorbei nach Lopshorn und durch die Senne. Mitten in seine Träume von alten Zeiten, als seiner
Vorstellung nach der Elch noch in dieser Landschaft stand, überrascht ihn das
Zusammentreffen mit den wilden Sennern: „Schnaubte es da nicht laut und wild? Die freien
Sennepferde waren es, wohl dreißig, die da, ledig vom Zaum und Eisen, nackt und
ungeschirrt, über die Trift zogen, die Nasen im Wind, wie Wild. Und eins warf
sich in den Mehlsand der Trift und fühlte sich, daß es mülmte, und noch eins,
und wieder eins, eine gelbe Wolke qualmte zwischen den schwarzen Föhren, aus
ihr zuckten Beine und Hälse und Schweife, und ein Gewieher erklang, so frei, so stark, wie nie ein Roß
wiehert, das Zaum und Zügel kennt. Wir lagen mäuschenstill im Grase, an den freien
Tieren die Augen labend, bis Stück auf Stück aufstand und weidend und wedelnd
drüben in den Föhren verschwand. Lange noch hörten wir die Glocken klingen.“ Löns Beobachtungen aus dem Jahr 1898
charakterisieren in hervorragender Weise Lebensraum und -art der Senner Pferde.
Die Suche nach einem treffenden Obertitel für die Ausstellung wurde dem
Vorbereitungsteam des Museums daher leicht gemacht. Löns genießt die Einsamkeit
der Landschaft. Hingegen ist ihm nicht bewußt, daß das Überleben der wilden
Pferde nur in Landstrichen möglich ist, die siedlungsfeindlich sind. Lebensraum und Vorzüge der wilden PferdeIhr Lebensraum sind die abgelegenen, wasser- und
nährstoffarmen Böden der Sandlandschaften oder die durch ihren Wasserüberschuß
geprägten Bruchlandschaften mit ihren Erlenwäldern, vermoorten Senken, die erst
mit den technischen Möglichkeiten des 19. Jahrhunderts für Land- und Forstwirtschaft
und Industrie nutzbar werden. Das wilde Gestüt des Emscherbruchs wird 1834
aufgelöst. Schnell breiten sich Ortschaften und Industrie entlang der Emscher
aus. Im heutigen Ruhrgebiet ist kaum noch vorstellbar, daß hier einst wilde
Pferde ein ungebändigtes, freies Leben führten. Das Löns-Zitat erleichtert auch
dem Bewohner der Region Ostwestfalen-Lippe die Vorstellung, daß man noch vor
nicht allzu langer Zeit am Donoperteich, einem bevorzugten Bezirk vieler
lippischer Jogger und Spaziergänger, sich im ehemaligen „Revier“ der Senner
befindet und früher damit rechnen mußte, daß sich hier ein Rudel Pferde auf
Wassersuche einfand. Ausstellung und Buch „ ... so frei, so stark ...
Westfalens wilde Pferde“ beschäftigen sich jedoch nicht allein mit der Vergangenheit
der wilden Pferde, sondern sie heben den Wert der gefährdeten und im Bestand
bedrohten Rassen in Gegenwart und Zukunft hervor: ihre Bedeutung als Kulturgut,
als genetische Ressource, ihr nicht zu unterschätzender Beitrag bei der
Landschaftspflege, die Lehren, die aus der Beobachtung der heute noch halbwild
gehaltenen Dülmener Herde auf die Urinstinkte der Equiden und davon abgeleitet
auf die moderne Pferdehaltung gezogen werden. Die wilden Pferde zeichnen sich
besonders aus durch: Ÿ Stärke aufgrund natürlicher
Auslese Ÿ Überleben in Anpassung an
den Lebensraum Ÿ Widerstandsfähigkeit gegen
Witterungseinflüsse Ÿ Genügsamkeit, Langlebigkeit
und Fruchtbarkeit Diese Qualitäten werden bis jetzt an den
verbliebenen urtümlichen Rassen geschätzt. Die Senner und Dülmener sind heute
als besonders erhaltenswerte, aber auch gefährdete Rassen eingestuft. Die
Arenberg-Nordkirchener Ponies aus der Wildbahn des Herzogs von Arenberg, die
erst im 20. Jahrhundert begründet wurde, sollen auch in diesen Status erhoben
werden. Die Zukunft der Senner-PferdeSeit November letzten Jahres beteiligt sich das Museum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) direkt an der Zucht dieser gefährdeten Rasse. Es konnte vom Züchter Karl-Ludwig Lackner, der sich 1965 auf die Spur der verstreuten Restbestände gemacht hat und sich seither mit bewundernswertem Einsatz für den Wiederaufbau der Sennerzucht engagiert, zwei Stuten der zur Zeit 39 lebenden Senner übernehmen. Am 15. August 2002 kam das erste Fohlen im Museum zur Welt. Nach wie vor ist das wichtigste Ziel, den Bestand zu sichern und auszubauen. Neben dem westfälischen Freilichtmuseum beteiligt sich auch die Biologische Station Senne an dieser Aufgabe: das Wildbahnprojekt in der Moosheide knüpft an eine Symbiose zwischen Pferd und Kulturlandschaft an, die sich bis in das Jahr 1160 zurückverfolgen läßt. Wenn Sie z.B. anhand der einzigen Präparate der
längst ausgestorbenen Emscherbrücher Pferde überprüfen möchten, ob sie ihren
Spitznamen „Dickköppe“ zu Recht trugen, die Geschichte eines „westfälischen
Cowboys“ oder Pferdestickers kennenlernen, das Skelett eines im 19. Jahrhundert
berühmten Senner-Deckhengstes und Rennpferdes sehen möchten, machen Sie sich
auf den Weg nach Detmold, die Sonderausstellung läuft noch bis zum 31.10.2002. Bei
einem Abstecher in die Senne können sie auch den Spuren von Hermann Löns
folgen, der 1912 im Anschluß an eine Wanderung im Teutoburger Wald in Detmold
im „Neuen Krug“ unweit des Freilichtmuseums auch einen stark besuchten Vortrag
hielt, bei dem auch die fürstliche Familie erschienen war und seine Lieder z.B.
„Rosemarie“ gesungen wurden. Dr. Cordula Marx Quellen: Löns, Hermann: Frau Einsamkeit. In: Löns, Hermann: Sämtliche Werke. Bd. 2, hrsg. von Castelle, Friedrich. Leipzig 1923, S. 95-99; Oder: Eine Sennefahrt. In: Lippischer Dorfkalender, 1 (1949) NF, S. 49-50. Marx, Cordula;
Sternschulte, Agnes (Hrsg.): „ ... so frei, so stark ...“: Westfalens wilde
Pferde. Essen 2002 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold -
Landesmuseum für Volkskunde; Bd. 21) Sandow, Erich:
Buchbesprechungen. In: Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde.
33 (1964), hier S. 294-295 www.wildepferde.de Tukan „Hermann Löns“ Die Hermann-Löns-Stadt Walsrode liegt in der Vogelpark-Region, zu der neben Walsrode auch die Stadt Bad Fallingbostel und die Gemeinde Bomlitz gehören. In diesem Jahr feiert der Vogelpark Walsrode sein 40jähriges Jubiläum. Alle machen mit. In der Region sind 124 Tukane (Höhe 1,90 m) aufgestellt worden, die noch bis 6. Oktober 2002 zu sehen sind. Ein entsprechender Plan mit den Standorten ist bei den Tourist-Informationen erhältlich. Der Löns-Verband ist mit dem Tukan „Hermann Löns“ vertreten. Er steht in Walsrode beim Modehaus Hering, Lange Straße 55 - 57. Künstler Roland Tietsch hat ihn gestaltet. Der Körper stellt einen Wacholder dar, da dieser Baum in diesem Jahr zum Baum des Jahres gekürt worden ist. Auf dem Bauch ist eine Heidefläche zu sehen. Zu seinen Füßen (oder Wurzeln des Wacholders) kriecht eine Schnecke als Hinweis auf Löns‘ Schneckenforschung. Geza Faltblätter Löns-Standbild Vorstandsmitglied Prof. Dr. Fritz Fricke ist Leiter der Arbeitsgruppe „Löns-Standbild“ und hat ein Faltblatt entwickelt, daß allen Mitgliedern als Anlage zugesandt wird. Bitte spenden auch Sie und werben Sie für dieses Vorhaben. Sollten Sie weitere Faltblätter benötigen, fordern Sie diese bitte bei der Geschäftsstelle an. Monika Seidel, 1. Vorsitzende Dichter über Hermann Löns Günter Grass erwähnt Löns in „Hundejahre“ Nach der „Blechtrommel“, „Katz und Maus“ und einem
Gedichtband veröffentlichte Grass 1963 seinen 2. großen Roman „Hundejahre“. In
dem Werk wird der Bogen von den 20iger Jahren bis ca. 1955 geschlagen. Er
schreibt auf Seite 411: „Und all das - Tullalied, Fahneneid, Läuse und Lüneburg - schlägt nieder in Liebesbriefen, drei Stück pro Woche, an Tulla. Geschichte ereignet sich im Januar Februar März; er aber sucht nach zeitlosen Worten für Tulla. Zwischen Plattensee und Donau wehrt die vierte Kavallerie-Brigade Gegenangriffe ab; doch er schildert seiner Cousine die landschaftlichen Schönheiten der Lüneburger Heide. Der Entlastungsangriff erreicht Budapest nicht und bleibt hinter Preßburg liegen; er vergleicht unermüdlich die Lüneburger Heide mit der Tuchler Heide. Im Raum von Bastogne kleine Geländegewinne; da schickt er Tulla ein Säckchen Wacholderbeeren mit violetten Grüßen verpackt. Die südlich Bologna bereitgestellte dreihundertzweiundsechzigste Infanterie-Division kann Panzerangriffe nur in zurückgenommener HKL auffangen; er jedoch verfaßt ein Gedicht - für wen wohl? - in dem immer noch, anfangs Januar, Heidekraut blüht: violett violett! Tagsüber tausend amerikanische Bomber gegen Ziele im Raum Paderborn, Bielefeld, Koblenz, Mannheim; er, ungerührt, liest Löns, der seinen Briefstil prägt und das angefangene Tullagedicht violett färbt.“ Erinnert die Gegenüberstellung der „Liebesbriefe“
mit den „Kriegshandlungen“ nicht frappierend an Löns‘ Kriegstagebuch? Gerhard Zahmel Österreichischer Hermann-Löns-Kreis Hermann Löns-Feier in Pulkau am 31. August 2002Wieder trafen wir uns zur jährlichen Löns-Feier in Pulkau am Heidberg beim „Lönsstein“. Die Bezeichnung LÖNSSTEIN ist übrigens mittlerweile auch auf verschiedenen Landkarten zu finden. Bei prächtigem Wetter konnte ich nebst vielen Gelsen
wieder zahlreiche Besucher begrüßen. Für ihre Mitwirkung dankte ich wieder der
Chorvereinigung Pulkau und der Jagdhornbläsergruppe. Dank auch Frau Pauline
Schuch, die wieder für die Anbringung von Löns-Texten entlang des Weges zum
Lönsstein gesorgt hatte. Nach dem Gedenken an unsere verstorbenen Lönsfreunde
OSR. Prof. Walter Sohm, Frau Elisabeth König und Dr. Rudolf Träutner wurde auch
des im Juli verstorbenen Oberschulrates Walter Machotka gedacht. Er war u.a.
lange Jahre Chorleiter und hat dadurch an vielen Löns-Feiern teilgenommen. Bei der Gestaltung der Feier wirkten ferner mit: meine Tochter Ingrid und Hr. Dr. Erich Witzmann. Ich
las mehrere Gedichte aus dem „Goldenen Buch“ vor. Gemütliches Beisammensein im
Gasthof beendete dann das Treffen der Österr. Lönsfreunde. Harald Cajka Wichtige Mitteilung: Unsere österreichischen Lönsfreunde sind aufgerufen für die Pflege des Lönsgrabes im Tietlinger Wacholderhain zu spenden, aber auch für das geplante LÖNS-STANDBILD. Um die Spesen niedrig zu halten, bitten wir die Spender aus Österreich ihre Einzahlungen auf folgendes Konto vorzunehmen: RB (Raiffeisenbank) Pressbaum-Breitenfurt Kontonummer 4.945, BLZ 32667 Hermann-Löns-Kreis Österreich Bitte unbedingt mit dem Vermerk versehen: Spende für LÖNS-GRAB, bzw. Spende für Löns-Standbild. Bitte nicht die Namensangabe zu vergessen, leider erhalten wir immer wieder Einzahlungen ohne Namen. Die einlangenden Beträge werden dann gemeinsam an den „Verband der Hermann-Löns-Kreise in Deutschland und Österreich“ überwiesen werden. Harald Cajka Verband
der Hermann-Löns-Kreise in
Deutschland und österreich E. V. 1.
Vorsitzende:
Verw.-Angest. i. R. Monika Seidel, Flachsröten 4, 29664 Walsrode, Tel.:
05161/6777, zwei gleichberechtigte 2. Vorsitzende: 2. Vors.: Buchhändler Harald Cajka,
Hauptstraße 60 A/14, A-3021 Preßbaum bei Wien, Tel. v. Deutschl.:
0043/2233/52792; 2. Vors.: Karl-Heinz Beckmann, An der
Vogelrute 46-50, 59387 Ascheberg-Herbern, Tel.: 02599/1886, Fax: 02599/7300,
e-mail: K.h.beckmann@euroroll.de; Geschäftsführer:
unbesetzt; Pressereferent:
Jura-Student Rüdiger-Mirco Nijenhof, Celler Straße 9, 29664 Walsrode, Tel.:
05161/603383; Schriftführer:
Stadtamtsrat Gerhard Zahmel, Anschr. u. Tel.: s.u.; Vorstandsmitglied: Prof. Dr. Fritz Fricke, Hermann-Löns-Str. 9,
29664 Walsrode, Tel.: 05161/3588. Anschrift der
Geschäftsstelle: Hermann-Löns-Straße 8, 29664 Walsrode Geschäftskonten: Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1 341 890 (BLZ 251 523
75) Spendenkonto
für Löns-Standbild: Kreissparkasse Walsrode, Nr. 1534536 (BLZ 251 523 75) IMPRESSUM H E R M A N N
- L Ö N S - B L Ä T T E R ISSN
0935 - 5316 - Druck: J. Gronemann KG, Walsrode Löns-Mitteilungen II/1998 Löns-Mitteilungen III/1998 Löns-Mitteilungen I/1999 Löns-Mitteilungen II/1999 Löns-Mitteilungen I/2000 Löns-Mitteilungen II/2000 Löns-Mitteilungen III/2000 Löns-Mitteilungen IV/2000 Löns-Mitteilungen 2001 Löns-Mitteilungen I/2002 Löns-Mitteilungen II/2002 Löns-Mitteilungen III/2002 Löns-Mitteilungen IV/2002 Löns-Mitteilungen V/2002 Löns-Mitteilungen I/2003 Löns-Mitteilungen II/2003
Zuletzt geändert am: 22.12.2002 |