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Streckenführung für neues Hochgeschwindigkeitsgleis der Deutschen Bahn steht fest

Aus dem Weser Kurier vom 4. Juni 1999:

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke der Deutschen Bahn AG zwischen Hannover und Hamburg beziehungsweise Bremen soll über Walsrode, Visselhövede und Scheeßel verlaufen. Das hat die jetzt abgeschlossene Umweltverträglichkeitsprüfung nach zuverlässigen Informationen unserer Zeitung ergeben.
Danach haben sich die anderen Varianten für die Y-Trasse - unter anderem wurde ein Verlauf parallel zu den Autobahnen A7/A27 geprüft - als zu teuer und stärker belastend für die Natur erwiesen. Auch die Bahn hat die jetzige Lösung favorisiert.
In 10 bis 15 Jahren sollen ICE-Züge mit Tempo 300 durch die Norddeutsche Tiefebene rasen. Die Bahn will für einen Fahrzeitgewinn von knapp einer Viertelstunde zwischen Hamburg und Hannover bis zu 3,5 Millarden Mark investieren. Allerdings ist die Finanzierung nicht gesichert, obwohl das Projekt in der höchsten Prioritätsstufe im Bundesverkehrswegeplan steht. Mit einem Baubeginn wird deshalb frühestens Mitte des kommenden Jahrzehnts gerechnet.
Innerhalb der kommenden zwei Wochen soll nun die Bezirksregierung Lüneburg das Raumordnungsverfahren starten, mit dem der genaue Verlauf der Trasse festgelegt wird. Nach den Vorgaben aus der Umweltverträglichkeitsprüfung wird die Strecke nördlich von Hannover zunächst nahe der A7 verlaufen, um dann nördlich von Walsrode bei Visselhövede die alte "Amerikalinie" (Bremen-Langwedel-Soltau-Uelzen) zu kreuzen. Dort teilt sich die neue Strecke dann in einen Bremer und einen Hamburger Arm.
Richtung Bremen verläuft die Schnellstrecke zunächst auf der dann ausgebauten "Amerikalinie" und schwenkt bei Langwedel auf die bestehende Bahnstrecke ein. Richtung Hamburg führt die Strecke nach Norden und fädelt sich bei Scheeßel auf die bestehende Linie Bremen-Hamburg ein.
Zwischen Bremen und Hannover dürfte die Schnellstrecke die Fahrzeit nur um wenige Minuten verkürzen. Neben dem Fahrzeitgewinn spielen für die Bahn vor allem Kapazitätsengpässe eine Rolle bei dem Projekt. Vor allem auf dem Abschnitt zwischen Hamburg und Uelzen ist im Fahrplan praktisch keine Lücke mehr frei für zusätzliche Züge. Zur Zeit fahren auf der zweigleisigen Strecke 246 Züge am Tag, häufig behindern langsame Güterzüge das zügige Fortkommen schnellerer Züge.
Verschiedene Initiativen im Raum Visselhövede / Walsrode protestieren seit Jahren gegen die Y-Trasse. Sie befürchten einen Flächenverbrauch in großem Stil und immense Lärmbelästigungen. Die Grünen verlangen eine Abkehr der Bahn vom, wie sie es sagen, Geschwindigkeitswahn und schlagen statt dessen vor, die Fahrzeiten mit modernerer Technik und besseren Anschlüssen zu verkürzen.

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Zuletzt geändert am: 21.10.2000

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