Die Düshorner Kirche
Vor bereits etwa 1000 Jahren dürfte es in Düshorn eine Holzkirche
gegeben haben, die im Zuge der Missionierung des Sachsenlandes als Taufkirche
errichtet wurde. Ein ehemaliger Thingplatz hatte den Standort der Kirche
bestimmt. Die erste Erwähnung der Kirche in Düshorn resultiert
aus einer Notiz im Lüneburger Lehnsregister aus dem Jahre 1021. Es
kann jedoch davon ausgegangen werden, daß Düshorn als Kirchdorf
schon geraume Zeit vor der Jahrtausendwende bestanden hat.
In einer Urkunde aus dem Jahr 1203 wird auch erstmalig ein Düshorner
Priester namentlich erwähnt: Gerhardus sacerdos de Dushorne (Gerhard,
Priester von Düshorn).
Das kirchliche Gebäude hat im Laufe der Jahrhunderte manche Veränderung
erfahren. So führte der Verfall des ursprünglichen Holzbaus Mitte
des 16. Jahrhunderts zum An- und Ausbau der Kirche. Nach 1700 mußte
die Kirche dann wegen Baufälligkeit erneuert werden. In alter Zeit
befand sich in der Düshorner Kirche ein Taufbecken, das 1637 während
des 30jährigen Krieges zerstört wurde. 1715 stiftete der "Reitende
Förster", Jacob-Ernst Grütter, den Taufengel, der noch heute
bei jeder Taufhandlung herabgelassen und genutzt wird.
1843/44 wurde das Innere der Kirche fast vollständig erneuert,
dazu wurden u. a. die Fenster auf ihre heutige Größe gebracht.
Der heutige rechteckige Saalbau entstand unter Verwendung mittelalterlicher
Baukunst. Noch aus dieser Zeit stammen Emporen, Altar und Gestühl.
Als künstlerisch wertvoll gelten die sieben Schnitzwerke eines Flügelaltars,
heute an den Längswänden des alten Kirchenschiffes, sie wurden
vermutlich von einem Brüggemann-Schüler oder von Brüggemann
selbst, dem berühmtesten Sohn der Stadt Walsrode, um 1480 geboren,
geschnitzt.
Als Lesepult dient eine alte Kanzel aus dem Jahr 1650, auf der die vier
Evangelisten dargestellt sind. Der Kanzelaltar stammt aus dem Jahr 1843.
Als Altarbild dient ein neueres Schnitzwerk, das das Abendmahl darstellt.
Unter der Sakristei, die erstmalig 1559 erwähnt wird, befindet
sich eine Grabkammer, in der drei Särge aufgebahrt sind. Es ist jedoch
unbekannt, wer dort beigesetzt ist. Ein Zugang zur Gruft ist nicht mehr
vorhanden. Die heutige Orgel wurde vom Orgelbaumeister Engelhardt aus Herzberg
1860/61 gebaut.
Nicht immer stand der 1827 erbaute Kirchturm wie heute abseits der Kirche.
Bis 1734 befand sich an der Westseite der Kirche ein hoher, weithin sichtbarer
Turm, der dann so baufällig war, daß an der Nordwestseite um
1734 ein neuer, hölzerner Turm errichtet werden mußte, der dann
1824 einem großen Feuer zum Opfer fiel.
Am Weg, der vom Ende des Kirchhofes zum Haupteingang der Kirche führt,
stehen rechts und links einige sehenswerte Grabsteine aus der Zeit nach
1700.
Kirchenbesichtigung: freitags 10.00 bis 12.00 Uhr. Außerdem ist
die Kirche auch zur Gottesdienstzeit (Beginn 10.00 Uhr) geöffnet.
Ansprechpartner für Gruppen: Frau Lydia Vogel (Küsterin), Rufnummer
(05161) 74977. Im Sommerhalbjahr ist der Eingang zum Windfang an der
Giebelseite geöffnet, von dem aus das Innere der Kirche eingesehen
werden kann.
Zuletzt geändert am:
26.10.2000
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